Die ersten Anschaffungen für ein organisiertes Feuerwehrwesen in Weiden wurden 1860 getätigt, 1866 wurde schließlich auf Anweisung des Ortsvorstehers eine Löschmannschaft aufgestellt, die bei Bränden erscheinen musste. Auch Pferdebesitzer wurden in die Pflicht genommen und mussten im Brandfalle mit angeschirrten Pferden am Rathaus erscheinen. 1883 wurde dann schließlich eine vierrädrige Saugspritze in Dienst gestellt und Uniformen beschafft, die bis 1955 im Einsatzdienst blieb.

1939 betrug die Mannschaftsstärke der Weidener Wehr 34 Mann, Kommandant war Albert Rieder. Durch zunehmende Einberufungen durch die Wehrmacht nimmt die Mannschaftsstärke bis 1942 auf 26 Mann ab, sodass es zunehmend schwieriger wird drei C-Rohre vorzunehmen, da die Pumpenmannschaft an der Handspritze, auf Grund der schweißtreibenden Tätigkeit, ständig getauscht werden muss.

Während des 2. Weltkrieges nimmt die Mannschaftsstärke weiter ab, gleichzeitig werden die Fliegerwachen und die Ausbildung in der Phosphorbrandbekämpfung verstärkt. Mit Einberufung des Volkssturms im November 1944 muss der Übungsdienst eingestellt werden. Nach Kriegsende im Jahre 1945 ordnet die französische Militärregierung die Bildung einer 40 Mann starken Feuerwehr an. Unter Kommandant Albert Rieder werden französische Soldaten im Setzen von Standrohren und dem Auslegen von Schläuchen unterrichtet. Dieser Zustand wird bis 1947 aufrecht erhalten, schließlich erfolgt eine Reduzierung der Mannschaft auf 18 Aktive. Da die bisherigen Uniformen von den Franzosen zu Mützen verarbeitet wurden, erfolgt ab 1948 die Anschaffung von neuen Uniformen aus Wolltuchjacken, Gurt und Helm. In dieser Zeit fanden bereits zwei Führungswechsel in Weiden statt. Adolf Römpp übernahm 1947 die Führung der Wehr, Gerhard Müller trat 1951 in das Amt ein.

1955 übernimmt schließlich Otto Biedermann die Kommandantenstelle, die Mannschaftsstärke beträgt Anfang 1956 wieder 23 Mann. Ein Jahr später wird für Weiden die erste Motorspritze vom Typ TS 8/8 beschafft, was eine strukturierte Maschinistenausbildung erforderlich macht, die im Mai des gleichen Jahres beginnt. 1958 wird der erste Versuch gestartet aus dem Brunnen am Haus „Baumann“ in der Aistaigerstraße Wasser zu entnehmen. Der Versuch gelingt, der Brunnen ist bis heute wichtige Löschwasserquelle.

1962 übernimmt Karl Rohrer die Feuerwehr als Kommandant. Unter seiner Führung wird 1963 der verschlammte „Gässlebrunnen“, ein zweiter wichtiger Löschwasserbehälter, gereinigt und neu ausgemauert. Im Jahr1966 feiert die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen und den 8. Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Horb. Mit Leistungsprüfungen für Feuerwehren aus der Umgebung und einem großen Umzug, wird das Fest zu einem der größten in der Geschichte von Weiden. 1500 Feuerwehrleute nehmen daran teil.

Im Jahre 1971 erfolgt der Umzug des Gerätehauses vom Schulhaus ins Rathaus. Auch wird im Mai des selben Jahres das erste Feuerwehrfahrzeug, ein TSF auf Ford Transit, bei der Firma Ziegler abgeholt. Einen Monat später erfolgt die offizielle Übergabe. Im November wird schließlich Ewald Eberhardt zum neuen Kommandant der Feuerwehr gewählt, Karl Rohrer ist nunmehr Kommandant der frisch entstandenen Alterswehr. Drei Jahre später, im Juni 1974 beschafft die Feuerwehr einen gebrauchten VW Transporter und baut diesen in Eigenleistung zum Schlauchwagen um, das Fahrzeug kommt einen Monat später beim Brand des Doppelanwesens Römpp/Roth zum Einsatz. Beide Gebäude können jedoch nicht mehr gerettet werden. Ursache waren vermutlich zündelnde Kinder. Im September wird am Baumannbrunnen eine feste Saugleitung installiert.

1977 kommt es in der Schulhauskurve zu einem schweren Ölunfall. Aus einem Tankzug laufen 5000 Liter Öl aus und gefährden das Trinkwasser. 1982 erhält die Wehr zur Hauptübung die neue Wetterschutzkleidung. Bei der Hauptversammlung im November des Folgejahres übergibt Kommandant Ewald Eberhardt nach 12 Jahren sein Amt an Karl Römpp.

Als Ersatz für den alten VW Transporter wird 1985 ein gebrauchter Ford Transit beschafft, der ebenfalls in Eigenleistung als Schlauchwagen und Mannschaftstransporter ausgebaut wird. 1986 wird die telefonische Alarmierung eingeführt, 1987 erhält die Wehr die ersten zwei Handsprechfunkgeräte, erst ein Jahr später erfolgt auch die Ausrüstung der beiden Fahrzeuge mit Funkgeräten. 1990 ist die Wehr den ganzen Tag beim Katastrophenfall Glatttalhochwasser im Einsatz um Keller leer zu pumpen und Menschen aus den Gebäuden zu retten. 1991 feiert die Abteilung Weiden, zu diesem Zeitpunkt 28 Mann stark, ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt. Auch wird in diesem Jahr eine neue Fahne angeschafft und an die Wehr übergeben.

Die Feuerwehr Weiden zeigt sich für die Sicherheit von 880 Einwohnern verantwortlich. Neben Grundschule und Kindergarten sind zwei holzverarbeitende Betriebe im Ort ansässig, die besondere Anforderungen an die Feuerwehr stellen. Durch regelmäßige Übungen und Fortbildungen wird der hohe Ausbildungsstandard in der Abteilung aufrechterhalten und weiter ausgebaut. In gemeinsamen Übungen mit der Nachbarwehr aus Marschalkenzimmern wird die Zusammenarbeit der beiden Teilortwehren gefördert, um im Ernstfall gemeinsam Hand in Hand arbeiten zu können.

Im Rathaus in Weiden stehen für die Feuerwehr zwei Fahrzeuggaragen zur Verfügung, wovon eine allerdings nur als Anhänger-Garage und Umkleideraum dient. Für Gemeinschaftsaktionen und theoretische Unterrichtsabende ist im Schulgebäude in Weiden ein Gemeinschaftsraum untergebracht.

Kommandant Stellvertreter
Jürgen Eberhard Martin Franz